Mit Blick auf die kommende Hitzewelle:

I[n]solation · Wissen & Perspektiven

Fragen als Wegweiser. Vollständige Autorenoriginale zu Fenstern, dynamischem Wärmeschutz und der Energiewende.

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Mit Blick auf die kommende Hitzewelle:

Auf dem Weg zur Arbeit steht die Sonne morgens tief und blendet. Fast automatisch klappe ich die Sonnenblende herunter. Bei Gebäuden reagieren wir oft ähnlich: Rollläden oder Jalousien werden erst geschlossen, wenn die Sonne stört oder sich der Raum bereits erwärmt hat. Für den Hitzeschutz ist das oft zu spät. Denn dann ist die Wärme nicht mehr nur vor dem Fenster. Wände, Decken, Böden und Möbel haben bereits einen Teil davon aufgenommen und gespeichert. Ein geschlossener Sonnenschutz verhindert zwar, dass weitere solare Wärme nachkommt. Die Wärme, die bereits in der Gebäudemasse steckt, bleibt jedoch im Haus. Gebäude reagieren träge. Wenn für die nächsten Tage eine Hitzewelle angekündigt ist, muss deshalb schon vorher gehandelt werden: das Gebäude nachts möglichst weit auskühlen lassen, morgens frühzeitig verschatten und verhindern, dass sich die Speichermasse unnötig aufheizt. Sonnenschutz sollte deshalb nicht nur auf die Sonne im aktuellen Moment reagieren. Er sollte Wetterprognose, Zeit und Speichermasse mitdenken. Eine adaptive Gebäudehülle kann natürlich deutlich mehr. Aber selbst ein gewöhnlicher Sonnenschutz kann einzelne Aufgaben davon übernehmen – wenn er beginnt, adaptiv mitzudenken.
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