Fenster prägen Gebäude wie kaum ein anderes Bauteil.
Sie bestimmen das Gesicht eines Hauses.
Sie bringen Licht, Ausblick und Atmosphäre.
Architektonisch spielen sie eine Hauptrolle.
Energetisch werden sie dagegen meist auf ihre Schwachstellen reduziert:
U-Wert, Wärmeverlust, Überhitzung.
Dabei kommt durch Fenster jeden Tag Sonnenenergie in Gebäude.
Nicht als kleine Nebenwirkung.
Sondern in einer Größenordnung, über die man sprechen muss.
Milliarden Quadratmeter Fensterfläche
Deutschland hat allein im Wohnungsbestand rund 4,1 Milliarden m² Wohnfläche.
Dazu kommen Büros, Schulen, Kliniken, Gewerbe und öffentliche Gebäude.
Schon deshalb ist eine grobe Annahme von 1 Milliarde m² Fensterfläche im gesamten Gebäudebestand keine verrückte Größenordnung.
Eine einfache Überschlagsrechnung
1 Milliarde m² Fensterfläche
× 168 kWh/m² winterliche Fassadeneinstrahlung
× 0,65 mittlerer g-Wert
= rund 109 TWh Sonnenenergie
Die 168 kWh/m² sind ein grober Mittelwert aus Fassadenwerten im Winterhalbjahr Oktober bis März:
Süd: ca. 300 kWh/m²
Ost/West: ca. 145 kWh/m²
Nord: ca. 80 kWh/m²
Der g-Wert beschreibt, wie viel Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt.
Klares Glas liegt etwa bei 0,85.
Moderne Dreifachverglasung liegt etwa bei 0,55.
Zum Vergleich: Photovoltaik erzeugte in Deutschland 2025 rund 87 TWh Strom.
Sonnenenergie durch Fenster ist keine Randerscheinung
Natürlich ist das eine Überschlagsrechnung.
Aber sie zeigt die Größenordnung.
Sonnenenergie durch Fenster bringt Licht.
Sie bringt Wärme.
Sie senkt den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.
Sie senkt den Heizbedarf.
Und trotzdem sprechen wir über diese Energie kaum, wenn es um die Wärmewende geht.
Ist es nicht seltsam, dass wir über fast jede technische Lösung sprechen – aber einen so großen Energiefluss durch unsere Gebäude behandeln, als wäre er gar nicht da?
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