Transformation der Gebäudehülle
Historisch wurde die Fassade vor allem als Schutz- und Gestaltungselement verstanden.
Sie sollte die Bausubstanz vor Regen, Wind und Wetter schützen. Und sie sollte dem Haus ein Gesicht geben: durch Putz, Farbe, Material und Oberfläche.
Eine neue Aufgabe: Wärmeschutz
Mit der Energiekrise der 70er Jahre bekam sie eine neue Aufgabe.
Energie wurde knapp und teuer. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Schutz und Optik, sondern auch um Heizenergie. Die Fassade sollte helfen, Wärmeverluste zu reduzieren.
Heute treffen viele Herausforderungen an der Fassade zusammen
Heute stehen wieder große Herausforderungen an – und ein großer Teil davon schlägt direkt im Gebäudesektor auf:
bezahlbare Energie,
Versorgungssicherheit,
Sommerhitze,
Klimaanpassung,
Sanierungskosten,
Ressourcenverbrauch.
Diese Fragen wirken auf den ersten Blick unterschiedlich.
Aber im Gebäude treffen sie an derselben Stelle zusammen:
an der Fassade.
Denn dort treffen Sonne, Kälte, Hitze und Wohnraum aufeinander.
Über diese Fläche müssen wir künftig steuern können, wann Sonnenenergie ins Gebäude kommt, wann Wärme im Gebäude bleibt und wann Hitze draußen bleiben muss.
Vom Bauteil zum aktiven Energiesystem
Diese neue Herangehensweise eröffnet auch beim Aufbau neue Möglichkeiten: Fassaden können stärker in Elementen gedacht werden – leichter montierbar, einfacher ersetzbar und so aufgebaut, dass die Materialien später recycelt werden können.
Genau darin liegt für mich die eigentliche Transformation der Gebäudehülle:
weg vom Putzträger,
hin zu einem aktiven Teil des Energiesystems.
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